Bayern deluxe seit fast hundert Jahren
Lang dauert es nicht mehr, dann kann der Partenkirchner Hof in Garmisch-Partenkirchen sein „Hundertjähriges“ feiern: Das 5-Sterne Haus wurde im Jahr 1911 eröffnet und befindet sich seither im Besitz der Familie Reindl. An der Historie des Hauses zeichnet sich ein ganzes Stück deutsche Geschichte ab. Auf alten Bildern sieht man den Hof noch herrschaftlich mit Auffahrt für sich allein stehen, heute wirkt er wie eingewachsen zwischen den Orten Garmisch und Partenkirchen. Nach dem zweiten Weltkrieg von den Amerikanern an die Familien Reindl zurückgegeben, übernahm Karl Reindl 1959 den Betrieb und machte ihn zu dem was er heute ist: Ein luxuriöses Traditionshaus.
Er erkochte für das immer noch hervorragende Restaurant (detaillierte Kritik finden sie hier) einen Michelin-Stern, den er 14 Jahre land hielt und die Gästebucher lesen sich wie das Who ist Who der damaligen Größen. Herrscher und Minister aus Arabien und Afrika waren zu Gast, Hanns-Martin Schleyer ein Jahr vor seiner Ermordung, Max Streibl hinterließ Grußbotschaften, Sir Peter Ustinov schwärmte von der Kartoffelsuppe. Von Vicky Leandros, Birgit Schrowange oder Uschi Glas
findet man Autogrammkarten, die sie als jugendliche Schönheiten zeigen, genauso wie aktuelle von Opernstars wie Francesco Araiza. Keine schlechte Bilanz für ein Hotel, das nun gerade nicht in einer Hotspot-Umgebung liegt, wie etwa das Adlon in Berlin oder der Bayerische Hof in München.
Ins neue Jahrtausend – das unglücklicherweise mit einem größeren Brand begann – wurde das Hotel von Michael Holzinger und seiner Frau Marianne, Tochter des ehemaligen Besitzers Karl Reindl und Küchenchefin des Restaurants, geführt. Um im harten Konkurrenzkampf der oberen Hotelklasse mithalten zu können hat das Ehepaar in den letzten Jahren 14 Millionen Euro in die Hand genommen, für Anbauten und Ausbauten, Renovierungen und Modernisierungen der über 60 Zimmer, die Installierung eines modernen Design-Spas und Wellnessbereichs. Leicht sind solche Summen für einen Familienbetrieb ohne großen Finanzinvestor im Rücken nicht zu schultern, gibt Michael Holzinger unumwunden zu; doch die Investitionen sind natürlich nötig um in der Luxusklasse bestehen zu können. Neuerungen geschehen am Partenkirchner Hof dann auch mit viel Bedacht. Der Charme der gemütlichen Zimmern und Suiten im alten Haupthaus mit viel Holz, Schnitzereien und allerlei bayerischen Accessoires wie Geweihen und Volkskunst wurde beibehalten – doch selbstverständlich wurden Technik und Beleuchtung auf den neuesten Stand gebracht, die Bäder komplett ausgetauscht und die Zimmer auch teilweise vergrößert. Die Zimmer in den beiden anderen, mit dem Haupthaus verbundenen Teilen, Haus Alpspitz und Haus Wetterstein sind moderner, eher in einer Art bayerischem Landhausstil gehalten, doch dabei nicht weniger

charmevoll und einladend. Viele Gäste würden bei ihren Besuchen der Abwechslung halber einmal im traditionellen Teil und ein andermal im moderneren wohnen, erzählt Holzinger.
Eine Grunderneuerung erfuhr der Keller, denn hier wurde Platz gemacht für einen modern gestylten, platztechnisch komfortabel und intelligent genutzten Spabereich. Die klassische finnische Sauna, die umrahmt ist mit Holz aus „Omas Garten“ ist großzügig, das Dampfbad keine übliche Vollplastikhütte, sondern ein mosaikverzierter Raum, die Biosauna duftet herrlich mit den dahinköchelnden natürlichen Duftstoffen. Der nicht neue, aber gründlich renovierte Pool ist groß genug um ausgiebig zu schwimmen und der Garten eine wahres Kleinod zum relaxen.
Nun kann man sich nur noch Fragen, wohin man denn gehen soll, wenn man die gediegene, dunkle, vor Geweihen und wertvollen Kunststücken nur so strotzende Hotellobby verlässt. Da sollte sich doch die eine oder andere Beschäftigung finden, denn Garmisch-Partenkirchen ist ein idealer Ausgangsort für zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. So können die Aktiven mit der berühmten Zugspitzbahn den höchsten Berg Deutschlands auskundschaften und den Wintersportarten fröhnen oder direkt vom Ort aus Richtung Alpspitze oder Wetterstein in die Berge wandern. Für die historisch Interessierten sind die Königschlösser Neuschwanstein und Linderhof oder das Kloster Ettal nicht weit und die Kulturbegeisterten können sich über das jährliche Richard Strauss Festival freuen. Und wer das alles schon gesehen hat, der verbringt einfach den ganzen Tag am Pool und in der Sauna und lässt sich abends mit den französisch-bayerischen Schmankerln des Restaurants verwöhnen, so einfach ist das.
Reindls Partenkirchner Hof
Bahnhofstrasse 15
82467 Garmisch-Partenkirchen
www.reindls.de